Ich war für eine längere Geschäftsreise in Peking und hatte drei Tage lang von morgens bis abends einen Termin nach dem anderen; ich fühlte mich so steif und angespannt wie ein aufgezogenes Spielzeug. Bei der Zimmerbuchung hatte ich nicht besonders auf die Ausstattung geachtet, doch in der ersten Nacht stieß ich auf der Suche nach einem Getränkeautomaten im Flur zufällig auf den Wellnessbereich des Beijing International Hotel. Es stellte sich heraus, dass dieses traditionsreiche Hotel ein wahres Juwel beherbergte, das selbst die hartnäckigste Müdigkeit einfach wegmassieren konnte.
Der Wellnessbereich befindet sich im Untergeschoss (B1) des Hotels. Beim Betreten des Raums spürte ich keinerlei stickige Luft, wie sie oft in unterirdischen Räumen herrscht. Mein Blick fiel sofort auf das beheizte 25-Meter-Becken. Das Wasser war so klar, dass ich die blauen Bahnmarkierungen am Boden sehen konnte, und die Temperatur lag das ganze Jahr über konstant bei 28 °C. Da es früher Abend war – direkt nach Ende der geschäftlichen Termine –, herrschte dort angenehme Ruhe. Ich schwamm drei Bahnen, und die Anspannung, die sich in den letzten Tagen in meinen Schultern und im Nacken angestaut hatte, schien im Wasser zu verschwinden. Der Bademeister war nicht nur zur Zierde da; als er sah, wie ich auf den tiefen Bereich zuschwamm, hob er aus der Ferne die Hand, um mich an die Sicherheit zu erinnern. Nach dem Aussteigen lieferte die Dusche sofort heißes Wasser, und das Badetuch war herrlich warm – eingehüllt darin, kam ich gar nicht erst dazu zu frösteln.
Nachdem ich mich umgezogen hatte, ging ich in das angrenzende Fitnesscenter und stellte fest, dass die Ausstattung es mit jedem kommerziellen Fitnessstudio aufnehmen konnte. Die Laufbänder waren vor einem raumhohen Spiegel aufgestellt, sodass ich meine Trainingsdaten während des Laufens auf einem Bildschirm verfolgen konnte. Im Kraftbereich waren Hanteln von 2,5 kg bis 30 kg ordentlich aufgereiht, und selbst die Latzugmaschine, die ich häufig benutze, war in tadellosem Zustand. Besonders aufmerksam fand ich die kostenlose Erfrischungsecke: Dort gab es Wasserflaschen bei Zimmertemperatur, trockene Handtücher zum Abwischen des Schweißes und sogar Sportgetränke zum Ausgleich des Elektrolythaushalts – so musste ich mir die Mühe sparen, meine eigenen Vorräte vom Zimmer mitzubringen. Ich verbrachte vierzig Minuten damit, langsam auf dem Crosstrainer zu trainieren. Ein Stammgast, der bereits seit einer Woche dort wohnte, kam mit mir ins Gespräch und erzählte, dass er nach seinen Geschäftsterminen täglich für eine Stunde zum Baden hierherkomme; er empfand dies als weitaus erholsamer, als einfach nur auf dem Zimmer zu liegen.
Ich hatte angenommen, der Pool und das Fitnessstudio seien die einzigen Überraschungen, doch als ich mich weiter umsah, entdeckte ich einen ganzen, versteckt gelegenen Freizeitbereich. Ich reservierte für eine Stunde den Billardraum; das Tuch des Tisches war seidig glatt und wies keinerlei Knötchenbildung auf, und das Queue lag perfekt ausbalanciert in der Hand. Nach der Gewöhnung an die Tische in meinem Büro – wo das Tuch stets Falten warf – fühlten sich meine Stöße hier bemerkenswert flüssig an. Auch der angrenzende Tischtennisraum und die Sauna waren tadellos sauber. Als ich aus der Sauna kam und es mir auf einer Liege gemütlich machte, reichte mir ein Mitarbeiter unaufgefordert ein Glas kühles Wasser; das Personal wusste genau, wann es nach dem Rechten sehen musste, ohne dabei aufdringlich zu wirken.
Während des restlichen Aufenthalts besuchte ich den Freizeitbereich fast täglich nach meinen Terminen – mal für ein paar Bahnen im Pool, mal einfach nur, um eine halbe Stunde im Lounge-Bereich zu entspannen –, sodass sich die typische Erschöpfung von Geschäftsreisen gar nicht erst anstauen konnte. Früher hielt ich die Freizeiteinrichtungen etablierter Hotels oft für reine Dekoration, doch mein Aufenthalt im Beijing International Hotel hat mich eines Besseren belehrt. Es gab hier keine effekthascherischen, „Instagram-tauglichen“ Ecken; stattdessen war jede Einrichtung akribisch gepflegt, und das Hotel verstand genau, was Gäste für Sport und Entspannung brauchten. Am Tag meiner Abreise erkundigte ich mich an der Rezeption nach den Öffnungszeiten des Bereichs – wenn ich das nächste Mal in Peking bin, werde ich definitiv meine Badehose und Turnschuhe einpacken.Mehr anzeigen